Recht & Naturschutz

Selbstverständlich richten wir uns bei der Umgestaltung ihres Gartens so gut wie möglich nach Ihren Wünschen,

allerdings sind wir auch verpflichtet, im Rahmen gesetzlicher Richtlinien zu handeln.

 

So gibt es nachfolgend ein paar Infos zur Baumschutzsatzung in Kamen und zum Bundesnaturschutzgesetz.

Aber auch über Einsparungsmöglichkeiten, wie z.B. durch Steuervorteile für haushaltsnahe Dienstleistungen, informieren wir Sie im Folgenden gerne.

Wir zählen es zu unseren Stärken, bei der Gartenplanung und -gestaltung ökologisch zu denken. Würden wir keine Liebe zur Natur besitzen und unserem inneren Baumschmuser Platz einräumen, könnten wir sicher nicht solch paradiesische Gärten schaffen!

 

Dazu zählen nicht nur eine artenreiche Gestaltung des Gartens hinsichtlich der Pflanzen, um z.B. Insekten ganzjährig heimische Nahrung zu bieten, sondern auch das Einrichten von Flachwasserzonen in Teichen, damit Vögel und Insekten eine Tränke und Amphibien und andere aquatische Tiere einen Platz zum Leben finden. Dazu zählt auch die Rücksichtnahme auf Vogelbrutstätten bei Gehölzrückschnitten.

Winter: Zeitraum für starke Rückschnitte und Rodungsarbeiten

 

Pflege- und Formschnitte dürfen ganzjährig durchgeführt werden. Die Zeit hierfür beginnt in der Regel im Spätsommer

bzw. frühen Herbst (meist September), je nach Witterung und Temperatur.

 

Jährlich dürfen jedoch nur vom 1. Oktober bis Ende Februar starke Rückschnitte an Hecken, Sträuchern und Gebüschen vorgenommen werden und diese auch gefällt oder sogar gerodet werden. Melden Sie sich also bitte rechtzeitig, damit ihr Garten noch vor dem Stichtag (1. März) in Form gebracht werden kann.

 

Das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) besagt nämlich nach § 39 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2, dass es verboten ist "Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September abzuschneiden, auf den Stock zu setzen oder zu beseitigen; zulässig sind schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Pflanzen oder zur Gesunderhaltung von Bäumen."

 

Diese Regelung dient im Wesentlichen dem Schutz von Brutvögeln, die in der betreffenden Zeit Nestbau in den Gehölzen betreiben und ihre Jungen aufziehen. Zudem beginnt ab März in der Regel die Wachstumsperiode der Pflanzen. Schneiden Sie zu diesem Zeitpunkt die frischen Triebe ab, hat das Gehölz kaum eine Chance in dem betreffenden Jahr in Form zu kommen.

 

Bäume sind nur dann durch den oben genannten Paragrafen geschützt, wenn sie nicht im Wald, auf Kurzumtriebsplantagen (KUP) oder auf "gärtnerisch genutzten Grundflächen" stehen.

Gärtnerisch genutzte Grundflächen sind

  • Flächen des Erwerbsgartenbaus oder Obstplantagen
  • Flächen, die durch eine gärtnerische Gestaltung und Pflege geprägt sind, wie private Zier- und Nutzgärten, Kleingartenanlagen, Rasensportanlagen oder öffentliche Gärten (Park- und Grünanlagen, auch Friedhöfe)

Keine gärtnerisch genutzten Grundflächen sind:

  • Streuobstwiesen
  • Straßenbegleitgrün

 

Grundsätzlich ist jedoch zu beachten, dass ganzjährig und unabhängig von den obenstehenden Fristen die artenschutzrechtlichen Verbote des § 44 Abs. 1 BNatSchG gelten. Befindet sich also z.B. ein bewohntes Vogelnest im Baum, ist eine Fällung nicht zulässig. Wenn das Nest wiederholt belegt ist, gilt ein grundsätzlicher Schutz.

Werden Fortpflanzungs-/Ruhestätten oder regelmäßige Aufenthaltsorte von Tieren beschädigt oder zerstört, greift außerdem wieder § 39 Abs. 1 Nr. 3 BNatSchG. Danach ist es verboten, Lebensstätten wildlebender Tiere und Pflanzen ohne vernünftigen Grund zu beeinträchtigen oder zu zerstören (z.B. ein Wespennest im Baum). Auch dieser Schutz gilt unbefristet.

Baumfällungen

 

In Kamen findet eine Baumschutzsatzung Anwendung, die laut §3 (Geschützte Bäume) das Fällen von "Laubbäume[n] mit einem Stammumfang von mindestens 60 cm und Nadelbäume[n] mit einem Stammumfang von mindestens 100 cm Umfang, gemessen in einer Höhe von 100 cm über dem Erdboden" untersagt.

In Privatgärten sind hiervon ausgenommen: Obstbäume (bis auf Walnussbaum, Esskastanie).

Für gefällte Bäume müssen zudem Ersatzpflanzungen vorgenommen werden, damit ein artenreicher Baumbestand fortbesteht.

 

Detaillierte Informationen finden Sie im Internetauftritt der Stadt Kamen im Bereich Dienstleistungen: Hier sind sowohl die Baumschutzsatzung als auch ein Antrag auf Fällerlaubnis hinterlegt.

 

Auch in Bönen, Hamm, Dortmund, Holzwickede und Schwerte sind die Baumschutzsatzungen zu beachten!

In Unna, Bergkamen und Fröndenberg findet keine Baumschutzsatzung (mehr) Anwendung.

 

Sollten Sie zu diesem Thema weitere Fragen haben oder sich hinsichtlich der nötigen Behördengänge / Fällgenehmigungen beraten lassen, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Denken Sie zur Zeit über einen Splitt- oder Schotter-"Garten" nach?

Wir auch:

Der Buchsbaumzünsler

Beim Buchsbaumzünsler handelt es sich um einen kleinen, weißen Falter, der seine Eier auf die Blattunterseite von Buchsbäumen legt. Aus diesen schlüpfen hellgrüne Raupen, die an Buchsbäumen starke Fraßschäden an Blättern und Rinde hervorrufen. Dies kann im schlimmsten Fall zu einem Absterben der Pflanze führen. Zudem sind die Raupen relativ kälteresistent und können sogar überwintern.

Um dem Befall des Zünslers vorzubeugen, gibts es verschiedene Mittel und Wege. Hierzu zählen Hausmittel mit geringen Mengen Spülmittel/ Schmierseife, Essig und Wasser.

Das Abspritzen mit dem Hochdruckreiniger ist eine weitere Möglichkeit. Die Raupen können dann auf ausgebreitete Folien fallen und abgesammelt werden.

Regelmäßiges Abspülen des Buchses mit einer Gießkanne kann auch bereits helfen die Fraßschäden zu reduzieren.

Eine weitere einfache Methode sind spezielle Mittel gegen den Zünsler, die im Handel erhältlich sind. Sie wirken durch einen Mikroroganismus, Bacillus thuringensis, der die Raupen befällt und binnen kürzester Zeit tötet. Diese Mittel sollten Sie allerdings nicht zu oft einsetzen. Wenn sie z.B. 2-3x im Jahr ihren Buchs einsprühen, auch von der Blattunterseite, wo die Eier abgelegt werden, haben Sie im Grunde schon keine Probleme mehr. Durch diese Methode wäscht sich das Mittel bei Regen auch weniger ab.

 

Wie ökologisch eine solche Lösung ist, sei dahingestellt. Trotz Aussage der Hersteller kann man natürlich skeptisch bleiben, ob sich das Bakterium nicht auch auf andere Raupenarten auswirkt. Sie sollten selbst abwägen, wie wichtig Ihnen die Optik Ihres Buchsbaums ist oder wie oft sie ihn behandeln. Wir bringen diese Mittel nicht auf.

 

Im letzten Jahr konnten wir im Übrigen in unserem eigenen Garten beobachten, dass sich Spatzen und teilweise auch Wespen als natürliche Feinde des Zünslers entpuppten. Unter Umständen ist es also sinnvoll sein, geeignete Nistkästen oder -plätze für Spatzen im Garten zu schaffen; zumindest auf lange Sicht eine ökologische Variante.

 

Wenn Sie langfristig keine Gegenmaßnahmen ergreifen möchten oder ihr Buchs dem Zünsler bereits erlegen ist, kann dieser natürlich auch entfernt werden. Beachten Sie hierbei, dass der Wurzelballen erfahrungsgemäß groß und dicht verzweigt ist und so relativ schwierig zu entfernen ist. Sollten Sie hierbei Hilfe benötigen, erledigen wir diese Arbeit gerne für Sie.

Umweltbildung

 

Damit auch die junge Generation für Umwelt & Naturschutz begeistert wird, hat unser Betriebsnachwuchs, Franziska Wachtmann (geb. Mattheis), dies 2010 als Thema ihrer Abschlussarbeit im Bachelor-Studium an der HS OWL, Standort Höxter, im Fachbereich Landschaftsarchitektur und Umweltplanung gewählt und ein Kinderbuch gestaltet.

Es trägt den Titel "Bombina sucht ein Zuhause" und handelt von einer kleinen Gelbbauchunke, die nach der Zerstörung ihres Lebensraums auf der Suche nach einem neuen Zuhause ist.

Gestaltet wurde es mit naturgetreuen, farbenfrohen Aquarellen.

 

Bei Einzelabnahme liegt der Stückpreis bei 10 €,

Mengenrabatt für Wiederverkäufer oder für größere Stückzahlen nach Absprache.

 

Sollten Sie Interesse an einem Exemplar haben,

setzen Sie sich gerne mit uns Verbindung!

 

 

Steuervorteile für Privatgärten

Für Privathaushalte sind Einsparungsmöglichkeiten aus zwei Quellen möglich. Zum Einen für "haushaltsnahe Dienstleistungen" und zum Anderen "Handwerksleistungen".

 

Die Bundesregierung hat mit dem "Konjunkturprogramm I" und dem Familienleistungsgesetz zusätzliche Steuervorteile geschaffen, von denen Sie als Privatkunde profitieren können. Bereits seit dem 01.01.2003 besteht die Möglichkeit der steuerlichen Förderung „haushaltsnaher Dienstleistungen“ wie zum Beispiel der Gartenpflege. Mit dem Familienleistungsgesetz wurde der Förderbetrag auf maximal 4000,00 € erhöht.

 

Auf Arbeitskosten (Lohn-, Maschinen- und Fahrtkosten) für handwerkliche Tätigkeiten wie zum Beispiel Garten- und Wegebauarbeiten, die der Erhaltung, Modernisierung und Renovierung dienen, wird seit dem 01.01.2006 ein zusätzlicher Steuervorteil, der zum 01.01.2009 auf 20 % von maximal 6.000,00 € - also auf maximal 1.200,00 € verbessert wurde, gewährt.

Sie können in einem Auftrag sowohl haushaltsnahe Dienstleistungen als auch Handwerksleistungen abarbeiten lassen. Die Arbeitskosten sollten jedoch getrennt (haushaltsnahe Dienstleitung und handwerkliche Tätigkeit) ausgewiesen werden.

 

 

Beispiel: Gartenpflege

Unterstützung haushaltsnaher Dienstleistungen:

Sie lassen von Ihrem Landschaftsgärtner Ihren Garten pflegen. Seine Leistung für Gehölzschnitt, Pflege der Pflanzflächen und Rasenpflege beinhaltet nur Arbeitskosten. Er berechnet netto 1.980,00 €. Zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer, USt., (im allgemeinen Sprachgebrauch: Mehrwertsteuer) von 19%, beträgt die Rechnungsumme 2.356,20 €. Der 20 % Steuervorteil in Höhe von 471,24 € mindert direkt Ihre Einkommensteuer.

 

                        Arbeitskosten                         1.980,00 €

                        + 19 % Umsatzsteuer                376,20 €

                        Summe brutto                         2.356,20 €

 

                        20 % Steuervorteil               471,24 € 

 

Wenn die Arbeitsleistung (Lohnkosten einschließlich USt., Anfahrtskosten und ausnahmsweise Kosten für Nebenleistungen wie Streugut beim Winterdienst und Abfahrt des Grünschnitts) 20.000,00 € beträgt, können Sie den gesamten Steuervorteil von 4000,00 € nutzen.

 

                        Arbeitskosten, inklusive Umsatzsteuer:        20.000,00 €

                        Maximaler Steuervorteil                            4.000,00 €

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Landschafts- und Gartengestaltung Bernd Mattheis